(www.hattingen-eins.de) 1856 wurde der Synagogenbezirk Hattingen gegründet, dem zuerst auch Linden, Dahlhausen, Wattenscheid und Gelsenkirchen angehörten. Im Jahre 1869 kamen Blankenstein, 1894 Sprockhövel hinzu. Ein besonderes Ereignis in der Geschichte der Hattinger Juden brachte das Jahr 1872. Am 13. September konnte die Gemeinde ihre neue Synagoge an der Bahnhofstraße, ein Geschenk ihres langjährigen Vorsitzenden Liefmann Gumperz, einweihen. Hinter der Synagoge plante die Kultusgemeinde für die jüdischen Kinder der Region die Errichtung eines eigenen Gebäudes für die israelitische Privatschule.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten auch in Hattingen die Nazi- Schergen die Synagoge nieder und schäbdeten die Friedhöfe an der Bismarckstraße und an der Blankensteiner Straße. Als Täter kommen wahrscheinlich SA- Männer der Nachbarstädte, unterstützt von Einheimischen, in Frage. Die aus der brennenden Synagoge gerettete Thorarolle soll in einem Grab auf dem jüdischen Friedhof an der Blankensteiner Straße ruhen. Die Reste der ausgebrannten Synagoge wurden abgerissen, die Grundstücke Bahnhofstraße 8 und Bahnhofstraße 8a 1941 vom Deutschen Reich beschlagnahmt und dem Finanzamt Hattingen unterstellt. Der im Juli 1987 eingeweihte „Synagogenplatz“ mit dem Denkstein „Gegen das Vergessen“ der Hattinger Künstlerin Ulla H´loch- Wiedey erinnert an die 1938 zerstörte Synagoge. Alljährlich finden dort zum 9. November Gedenkveranstaltungen statt