Das Judentum im Ruhrgebiet

Sep 14

Unorthodoxe Musik in orthodoxer Synagoge -

Die Metropole Ruhr präsentiert religiöses Leben in der Veranstaltung Night Prayer. Mit dabei sind die Synagoge Gelsenkirchen, der Pauenhof Dharmasala Sonsbeck, der Essener Dom, die DITIB Moschee Duisburg-Marxloh, die Griechisch-orthodoxe Kirche Herten , der Sri Kamadchi Ampal Tempel, die St. Vinzentius Kirche Bochum, das Alevitische Kulturzentrum Bergkamen und die Serbisch-orthodoxe Gemeinde Dortmund.

In der Synagoge Gelsenkirchen hat man sich ein muskalisches Rahmenprogramm ausgesucht: Ein Abendkonzert mit sefardischen Liedern und aschkenasischen Gebeten von Louis Lewandowski und Eduard Birnbaum, 1855–1920. Interpretiert von Mimi Sheffer und Anne-Lisa Nathan. Anders ausgedrückt: Die Musik zweier  liberaler Komponisten schlechthin, gesungen von einer liberalen jüdischen Kantorin (Mimi Sheffer) in einer Synagoge, die mit liberalem Judentum nichts zu tun hat und das auch nicht will.

Am 21. September 2010 ab 16.30 Uhr. Titellink anklicken für mehr Infos.

Jul 26

Rabbiner Dr. Mosche Navon droht Abschiebung -

Bochum. Dr. Moshe Navon, von 2007 an für ein Jahr lang Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Bochum, Herne und Hattingen, soll abgeschoben werden. Er wurde aufgefordert, bis zum 15. August Deutschland zu verlassen.
Die Stadt Bochum hält die Sicherung des Lebensunterhaltes seiner Familie für nicht gewährleistet und erkennt die öffentliche Relevanz seiner Arbeit nicht an. Dagegen hat die Anwältin der Familie, Frau Kärger-Steinhoff, Klage beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eingereicht und ein Eilverfahren läuft. Zudem wurde von einem bisher gut 40-köpfigen Unterstützerkreis eine Petition beim Landtag eingereicht, um die Frist außer Kraft zu setzen.
Navon soll im Wintersemester an der Evangelischen Fakultät der Ruhr Universität lehren, ebenso an der Evangelischen Fachhochschule und am jüdischen Institut der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf. Doch die Dotierung dieser Lehraufträge ist offenbar nicht hoch genug, als dass laut Auffassung des Amtes, eine Sicherung des Lebensunterhaltes seiner Familie mit vier Kindern im schulpflichtigen Alter gesichert sei. Navon bezieht seit August 2009 Arbeitslosengeld.
Er baut eine liberale jüdische Gemeinde auf
Navon sagt, dass er nicht auf Kosten des Staates leben wolle. Er gab der WAZ gegenüber an, zukünftig genug zu verdienen, um davon den Lebensunterhalt seiner Familie bestreiten zu können.
Ihm geht es daneben auch darum, klar zu machen, dass seine Arbeit für die Stadt und die Region wichtig sei. Er baue als Rabbiner eine liberale jüdische Gemeinde auf, derzeit vor allem in Oberhausen und in Unna, wo er für abgehaltene Gottesdienste sogar vom Zentralrat bezahlt würde. Aber um einen hauptberuflichen Rabbiner einzustellen, dazu haben die liberalen jüdischen Gemeinden kein Geld.
Mit der jüdischen Gemeinde in Bochum habe er keinen Kontakt mehr. Hintergrund dessen ist, das innerhalb der jüdischen Gemeinden in Deutschland oft starke Differenzen zwischen der liberalen und der orthodoxen Richtung herrschen. Navon ist es offenbar nicht gelungen, sich in Bochum als Rabbiner der Gemeinde zu halten.
In der Tradition stehend
Er sieht sich aber nicht als normalen Arbeitnehmer, sondern will seinen Status als Vertreter relevanter geistes- und religionsgeschichtlicher Traditionen, gesehen wissen. Vor dem Nationalsozialismus herrschte - auch in Bochum - die liberale Richtung vor. Navon sieht sich in der Tradition dieser Denkrichtung, die in den zwanziger Jahren maßgeblich von Leo Baeck beeinflusst wurde.
Die Stadt habe sich bisher besonnen verhalten, sagten sowohl Navon, als auch dessen Anwältin; auch dem Verwaltungsgericht könnten keine Vorwürfe gemacht werden, Es gehe um eine breitere gesellschaftspolitische Diskussion über den Status des Rabbiners Navon.
„Ich könnte ohne Probleme nach Israel zu gehen. Aber meine Studenten würden sich wundern, wenn ihr Dozent plötzlich weg wäre“. Navon, der seine Arbeit hier in Deutschland sieht, weiter: „Ich habe in Deutschland genausoviele Freunde wie in Israel“. Zum Unterstützerkreis Navons gehören hauptsächlich Universitätsdozenten, Pfarrer, Lehrer und viele Studenten.”

May 17

Stolpersteine in Gelsenkirchen - Unterstützung versagt -

Es gibt Kritik an Art der Verlegung von Stolpersteinen in Gelsenkirchen. Hier weiterlesen.

“»Wir wollen unsere Offenheit zeigen«” — meint Edna Brocke, Leiterin der Alten Synagoge Essen, in einem aktuellen Interview mit der Jüdischen Allgemeinen. Zum Interview.

Mar 25

Rückschau auf Oberrabbiner Metzger in Dortmund -

Wenn eine Gemeinde sich zwischen einer Mikwe und einer Synagoge entscheiden muss, sollte sie die Mikwe wählen. Wissen Sie warum?« Oberrabbiner Yona Metzger, zu Besuch bei der jüdischen Gemeinde in Dortmund, blickt auf die Besucher des bis auf den letzten Platz gefüllten Betraums der Dortmunder Synagoge. weiterlesen

Mar 18

Israels Oberrabbiner Metzger in Dortmund -

Israels Oberrabbiner Jonah Metzger besuchte die jüdische Gemeinde Dortmund und die neue Mikweh der Gemeinde. Ein Bericht hier.

Mar 04

Fest des Jüdischen Buches -

Am 14. März 2010, ab 11:00 Uhr in der Jüdischen Gemeinde Duisburg. Für mehr Infos auf den Titel klicken.

Feb 22

Neuer Vorsitzender in Duisburg -

Die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Im Verlauf einer konstituierenden Sitzung wählten die neun Mitglieder des Gemeinderates am Sonntag Dr. Henry Hornstein, bislang einer der Stellvertreter von Jacques Marx. derwesten.de berichtet

24 Lebensgeschichten - 24 Gründe für den Neuanfang -

Fürs Jüdische Museum ist die kleine Ausstellung „ein großes Projekt”. In dem Ausstellungsprojekt „Angekommen?!“ werden 24 Lebensgeschichten jüdischer Einwanderer aus den GUS-Staaten erzählt - bislang einmalig in Deutschland.

Feb 11

Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer -

Am Sonntag den 21. Februar 2010 11:00 Uhr im Jüdischen Museum Westfalen:

Angekommen?! Lebenswege jüdischer Einwanderer

Ein Ausstellungsprojekt des Jüdischen Museums Westfalen

Ausstellungseröffnung

Gewachsene jüdische Gemeinden, neue Synagogenbauten an manchen Orten, hier und da, Konflikte zwischen alten und neuen Mitgliedern – ab und zu hört man von den Folgen der jüdischen Einwanderung. Aber es lohnt sich, genauer hinzusehen: Welche Menschen stehen hinter dieser Veränderung? hier weiterlesen